Akupunktur
(lat:. acus = Nadel, pungere = stechen)Die mehr als 3000 Jahre alte Nadeltherapie stammt ursprünglich aus China. Wie alle Behandlungsmethoden dieser Kultur beruht sie auf dem Gedanken, dass
das Ch’i (auch Qi geschrieben), die Lebensenergie, durch ein Netz von Kanälen (Meridiane, gedachte Linien) durch den Körper fließt. Ist diese Energie im Ungleichgewicht, entstehen Krankheiten. Der gestörte
Energiefluss wird aktiviert, indem feine Nadeln an entsprechenden Stellen der Meridiane in den Körper gestochen werden. So gelangen Körper und Geist wieder in einen harmonischen Zustand. In aller Regel geht
man von 361 Akupunkturpunkten auf 12 Körpermeridianen aus. Buchtipp: Monika Wagner-Koch; “Akupunktur”
Amulett
(lat: amoliri = abwenden)Kleine Gegenstände, Abbildungen oder Symbole, die Krankheiten, Unheil oder böse Geister abwenden sollen. So soll ein Abbild des heiligen Christopherus im Auto vor
Unfällen schützen. Im Gegensatz dazu werden Talismane getragen, um Glück und Gesundheit anzuziehen. Am besten sollen Amulette und Talismane wirken, wenn man sie findet oder geschenkt bekommt.
Buchtipp: Desmond Morris; “Glücksbringer und ihre geheimnisvollen Kräfte” Aromatherapie Ätherische Öle werden eingesetzt, um Körper, Geist und Seele
zu harmonisieren und um Beschwerden vorzubeugen oder zu behandeln. Rund 10 000 verschiedene Gerüche kann der Mensch theoretisch unterscheiden. Von den rund 50 Millionen Riechzellen in der Nasenschleimhaut
gelangen die Geruchsmoleküle durch die Fila olfactoria – die Riechfäden – zur Schaltstelle ins Gehirn. Erst dort wird der Geruch als Blumenduft oder Benzingestank identifiziert. Gleichzeitig haben Düfte eine
Wirkung auf den Körper und unser Empfinden – uns läuft etwa das Wasser im Munde zusammen, wenn wir unsere Lieblingsspeise riechen. Im zwischenmenschlichen Bereich funktionieren Gerüche wesentlich subtiler
und unbewusst. Beispiel: Frauen, die ihren Eisprung haben (und nicht die Pille nehmen) senden Duftstoffe aus, die dem „Männchen „Fruchtbarkeit signalisiert. Diese direkte Reaktion auf Duftsignale setzt die
Aroma-Behandlung gezielt ein. Die bekannteste Anwendung ist die Duftlampe, die die Duftstoffe des Öles durch Verdunstung im Raum verteilt. Neroli (Bitterorange) soll aufheitern und bei Schlafstörungen
helfen. Schmollende Kinder besänftigt man hingegen mit Vanilleduft. Bei Liebeskummer oder anderen seelische Verletzungen kommt Rosenöl zum Einsatz. Anwendung: Bei der trockenen Inhalation werden zwei oder
drei Tropfen Öl auf ein Taschentuch getropft und eingeatmet. Weiter gibt es Dampf-Inhalationen, Kompressen, Kosmetika, Parfummischungen oder Badezusätze, die aromatherapeutisch wirksam sind. Wichtig zu
wissen: Babys und Kleinkinder dürfen nicht mit Eukalyptusöl eingerieben werden, da eine zu hohe Dosierung zum Atemstillstand führen kann. Andere Öle, wie etwa Zitrusöle, können Allergien auslösen. Aromaöle
nie trinken oder unverdünnt auftragen – es sind pflanzliche Drogen, die gezielt dosiert werden müssen. Heilende Wirkung soll man jedoch nur mit hundertprozentig naturreinen Ölen erzielen können.
Sogenannte synthetische „Duftöle“ sind zwar preiswert, riechen gut, wirken jedoch nicht. Buchtipp: Gabriel Mojay; “Aromatherapie für die Seele” Aura
(lat./griech.: aura = Hauch, Schimmer, Brise)Die Aura ist das Energiefeld, das den materiellen Körper umgibt und anzeigt, wie es uns geht. Wie immer größer werdende Hüllen sollen den Körper umgeben:
das elektromagnetische Energiefeld, das sich bei der sogenannten Kirlian-Fotografie zeigt. Es befindet sich ganz nah am Körper und zeigt dessen momentanen Zustand. das ätherische
Energiefeld, das sich etwa 20 Zentimeter um den Körper herum ausdehnt (zeigt erlittene Unfälle, Schocks) das astrale Energiefeld, etwa 30 bis 40 Zentimeter (in ihm sind die Visionen und das
Potential eines Menschen gespeichert). Diese sogenannten „morphogenetischen Felder“ sind physikalisch nicht nachweisbar, werden aber von sensitiven Menschen deutlich wahrgenommen. Der Heiligenschein, der
auf religiösen Bildern Engel und Heilige umgibt, ist eine Form der Künstler, die Aura darzustellen und dem Betrachter zu vermitteln, dass es sich um eine besondere, spirituelle Person handelt. In der
traditionellen Medizin wird mit „Aura“ die verstärkte Wahrnehmung von Licht oder Gerüchen bezeichnet, die einem epileptischen Anfall vorausgehen kann.
Buchtipp: Richard Webster; “Die Botschaft der Aura”
Aura-Soma
(lat./griech.: aura = Hauch, griech.: soma = Körper)Aura-Soma ist eine Farb-Therapie, die uns helfen soll, unseren Patz im Leben zu finden. Entwickelt wurde Aura-Soma von der Engländerin
Vicky Wall ( 1918–1991). In 98 durchnummerierten, eckigen Glasfläschen (Balance-Öle) befinden sich pflanzliche oder mineralische Substanzen. Sie sind in Wasser oder Öl gelöst, so dass zwei Farben unvermischt
übereinander liegen können. Die Farbfläschchen werden vom Ratsuchenden intuitiv ausgewählt: Das erste zeigt das Potential, das zweite die größten Hindernisse, die seiner Verwirklichung entgegensteht, das
dritte die gegenwärtige Situation, das vierte die Energie der Zukunft. Diese bunten Fläschchen stellt man sich dahin, wo man sie braucht: auf den Schreibtisch, ans Bett oder ins Bad. Der Inhalt kann auch
verschüttelt und dann aufgetragen werden. Die Flasche Nr. 32 soll (Königsblau über Gold) z. B. gegen Ängste, Unruhe und Streß helfen und dazu beitragen, mit sich selbst in Frieden zu leben. Andere Öle
(Pomander und Quintessenzen) werden auf Hände oder Puls aufgetragen und in die Aura „eingefächelt“. Buchtipp: Irene Dalichow, Michael Booth; “Aura Soma”
Ayurveda (sanskrit: ayurveda = das Wissen vom Leben)
Der Ayurveda ist das Gesundheitssystem, das bis zu 80 Prozent die medizinische Versorgung in Indien abdeckt. Seine Ursprünge liegen etwa 3000 Jahre zurück. Die Philosophie dieser Heilkunst: Mensch und
Kosmos sind untrennbar miteinander verbunden, weil sie aus den gleichen fünf Bausteinen (in wechselnden Mengen und Kombinationen) bestehen: Raum, Luft, Feuer, Wasser, Erde. Sie sind auch im Menschen
vorhanden und bestimmen sein „Dosha“, das alle körperlichen und seelischen Abläufe regelt. Im Ayurveda kennt man drei Doshas: Vata, der schnelle Nerven- und Kopfmensch (Element Luft), Pitta, der dynamische
Hitzkopf und Perfektionist (Element Feuer) und Kapha, der bedächtige Genussmensch (Elemente Erde und Wasser). Bei den meisten Menschen gibt es auch Spuren eines anderen Doshas. Ein Ungleichgewicht der
individuellen Doha-Mischung durch falsche Lebensführung oder falsche Ernährung rufen Krankheiten hervor. Durch Pulsdiagnose, Antlitzdiagnose, Zungendiagnose wird festgestellt, welches Dosha gefördert oder
besänftigt werden muss. Je nachdem, welches Dosha vorherrscht oder nicht ausbalanciert ist, gelten andere Ernährungs- und Behandlungsmethoden. Für den trocken-kalten Vata-Typ sind beispielsweise Suppen und
Eintöpfe, Reis, Nudeln, Milch und Sahne und kräftige Gewürze wie Ingwer, Kümmel, Muskat, Salz am besten. Durch Diäten, Dampfbäder und Ölmassagen für den ganzen Körper (Abhyangas) und auch durch Erbrechen
sollen Schadstoffe aus dem Körper transportiert werden, Kräutermedizin. Ayurveda ist angezeigt bei Herzkreislauferkrankungen, Erkrankungen der inneren Organe, Rheuma, Allergien, Stress, Depressionen, Rheuma
und als Vorsorgemedizin. Buchtipp: Karin Schutt; “Ayurveda für jeden” Bach-Blüten-Therapie Bach-Blüten sind stark verdünnte
38-Blüten-Essenzen, die zur Behandlung seelischer, aber auch körperlicher Beschwerden genommen werden. Der Ansatzpunkt liegt dabei auf dem seelischen Hintergrund der Beschwerden: Behandelt wird nicht die
Krankheit, so wie sie sich im Körper zeigt, sondern der negative Seelenzustand, der dahintersteckt. Diese Behandlungsform wurde vom englischen Arzt Dr. Edward Bach (1886–1936) erfunden und an sich selbst
ausprobiert. Er schrieb jeder Blüte eine bestimmte Eigenschaft oder Fähigkeit zu. Die Blütenmittel werden rituell hergestellt, bei Morgensonne gepflückt, in Quellwasser eingelegt, dann mit Alkohol verdünnt
und in „stockbottles“ abgefüllt. Aus diesen Vorratsflaschen nimmt man dann etwa vier Tropfen, die wiederum verdünnt werden. Beispiel: Menschen vom Typ „unermüdlicher Kämpfer“, die nicht nein sagen können und
sich immer mehr Verantwortung aufhalsen, lernen durch „Oak“ (Eiche), sich Pausen zu gönnen, zu delegieren und mehr auf ihre Gefühle zu hören. Körperliche Beschwerden wie Nackenverspannungen, die mit diesem
„Seelenbild“ einhergehen, sollen sich dementsprechend auch bessern. Bachblüten werden meist innerlich angewandt, können aber auch unter Cremes und Körperöle gemischt werden.
Buchtipp: Mechthild Scheffer; “Bachblütentherapie”
Bioenergetik Körper- und Psychotherapie, die über spezielle Körperübungen wirken soll, vor allem, wenn es um
die Freilegung von verletzten Gefühlen aus der Vergangenheit geht, die körperliche „Panzerungen“ wie Verspannungen auslösen. Entwickelt wurde die Bioenergetik vom amerikanischen Arzt und Physiotherapeuten
Alexander Lowen (geb. 1910). Buchtipp: Alexander Lowen; “Bioenergetik als Körperarbeit” Buddha (sanskrit: buddha = der Erleuchtete) Bezeichnung für einen
Menschen, der die Erleuchtung erreicht hat. Der historische Buddha war der Fürstensohn Siddharta Gautama aus der Sippe der Shakyas, der etwa 560–480 v. Chr. in Nordindien lebte. Die Legende erzählt, dass er
wohlbehütet in Wohlstand aufwächst. Dreimal verlässt er den väterlichen Palast und sieht auf seinen Ausflügen zum ersten Mal leidende Menschen und wird so mit den drei unausweichlichen Tatsachen des
menschlichen Lebens konfrontiert: Alter, Krankheit und Tod. Nun versucht der junge Mann herauszubekommen, warum Menschen leiden müssen und wie man sich und andere von diesem Leiden erlösen kann. Mit 29 lässt
er sein sicheres Leben hinter sich und lebt streng asketisch. Nachdem er sich fast zu Tode gehungert hat, ohne eine Antwort zu finden, nimmt er wieder Essen zu sich. Er setzt sich unter einen Bodhi-Baum und
beschließt erst wieder aufzustehen, wenn er eine Antwort auf seine Fragen bekommt. Dort versucht ihn der zerstörerische Gott Mara und will den Buddha in spe mit allerhand Verlockungen vom Weg der Erkenntnis
abbringen. Doch der bleibt standfest und erlangt am nächsten Morgen Erleuchtung. Danach zieht er als Wanderprediger mit einer wachsenden Schar von Anhängern umher und lehrt die sog. „Vier edlen Wahrheiten“:
1. Alles ist Leiden (weil alles vergänglich ist, auch und gerade Glück). 2. Ursache dafür sind die drei Grundübel: Gier, Hass und Verblendung. 3. Wenn man diese überwindet, endet das Leiden. 4. Der Weg der
Überwindung des Leidens ist der heilige achtfache Pfad – acht Empfehlungen für heilsames Verhalten, z. B. sein Geld auf ehrenhafte Art verdienen, die anderen nicht schadet. Der Buddha starb im Alter von etwa
80 Jahren. Weltweit gibt es etwa 400 Millionen Buddhisten, die verschiedenen Schulen und Richtungen angehören. Bei uns schätzt man die Zahl auf 70.000 Menschen, 40.000 davon sind Buddhisten aus Asien
Buchtipp: Tich Nhat Hanh; “Wie Siddhartha zum Buddha wurde” Channeling (engl: channel = Kanal)Ein Medium versteht
sich als Kanal, durch den Informationen aus höheren Bewußtseinsbereichen (oder dem Jenseits) in unsere Gegenwart fließen. In diesen Bereichen befinden sich „höhere Wesen“ oder „Meisterinnen und Meister der
Erkenntnis“. Manche Medien fühlen einen Kontakt zu Jesus oder anderen historischen Persönlichkeiten. Durch diese Verbindung kommt es zu intuitiven Erkenntnissen, die an Ratsuchende weitergeben werden.
Manchmal werden durch Channelling auch ganze Bücher diktiert. Buchtipp: Sanaya Roman, Duane Packer; “Das Praxisbuch des Channelns” Chakra Ein Chakra (sanskrit: chakra = Rad, Wirbel)ist ein
Energiezentrum in der menschlichen Aura. Nach der Lehre der Upanishaden, der heiligen Bücher Indiens (etwa 500 v. Chr.), durchstrahlen die Chakras den menschlichem Körper und beeinflussen körperliche,
geistige und seelische Vorgänge. Jedem Chakra sind ein bestimmter Bereich des Körpers sowie positive und negative geistig-seelische Aspekte zugeordnet. Jedes hat eine bestimmte Farbe, deren Intensität
darüber Auskunft gibt, ob sich der Mensch in Harmonie befindet. Die sieben wichtigsten Chakras: 1. Scheitel-Chakra (auf dem Kopf, Farbe: Violett): spirituelles Zentrum des Körpers, spirituelle Tür. Alle
Chakras sind durch Energiekanäle, sogenannte Nadis, miteinander verbunden. Die Chakras sollen durch entsprechende Farben, das Auflegen von Edelsteinen oder Meditation harmonisiert werden können. 2.
Stirn-Chakra (Stirnbereich, Farbe Indigoblau): heisst auch „Drittes Auge“, weil die Verbindung zu Intuition und klarem Denken besteht. 3. Hals-Chakra (Kehlkopfbereich, Farbe: Blau): Kommunikation, Lern-
und Konzentrationsfähigkeit. 4. Herz-Chakra (Mitte der Brust, Farbe: Grün): Liebe, Mitgefühl, Geborgenheit. 5. Solarplexus-Chakra (über dem Nabel, Farbe: Gelb): Hauptchakra, durch das die kosmische
Energie fließt. Verbunden mit Gefühlen, Ich-Stärke. 6. Sakral-Chakra (unterhalb des Nabels, Farbe: Orange): Kreativität, entspannte Sexualität. 7. Wurzel-Chakra (am Ende des Steißbeins, Farbe: Rot):
steht in Verbindung mit Selbsterhaltung, Essen, Stabilität. Buchtipp: Kalashatra Govinda; “Atlas der Chakras” Craniosacral-Therapie (lat.: cranium = Schädel, os sacrum = Kreuzbein)Verfahren zur Behandlung des Bewegungsapparates. Wurde in den 30er Jahren in USA entwickelt und geht von der Vorstellung aus, dass die Flüssigkeit, die Gehirn und Rückenmark umfließt, regelmäßig
pulsiert (etwa sieben bis 14 Mal pro Minute). Dieses „craniosacrale System“ soll eng mit dem Nerven- und Hormonsystem verbunden sein. Durch Tasten soll der Behandler die craniosacralen Bewegungen wahrnehmen
und feststellen, wo Einschränkungen vorliegen. Durch sanften Druck im Kopfbereich sollen Blockaden wieder aufgelöst werden können. Soll Besserung bringen u. a. bei Schmerzen, Unfallfolgen, Migräne, Tinnitus.
Ist ein Teilgebiet der Osteopathie, einer ganzheitlichen, manuellen Körperarbeit. Buchtipp: John E. Upledger; “Auf den inneren Arzt hören” Demeter (griech. Fruchtbarkeitsgöttin)
Sie sorgte für üppige Ernte. Als Hades, der Gott der Unterwelt, ihre Tochter Persephone entführte und heiratete, ließ Demeter solange nichts mehr wachsen, bis Götterchef Zeus als Unterhändler
einen Kompromiss ausgehandelt hatte: Persephone lebt ein Drittel des Jahres bei ihrem Gatten in der Unterwelt (Winter), die andere Zeit bleibt sie bei ihrer Mutter. Heute Markenname für ökologische
Erzeugnisse.
Buchtipp: Curt Englert Faye. “Lob der Demeter - Aus den Mysterien von Eleusis” Didgeridoo (sprich: didscheriduu)Blasinstrument der
australischen Ureinwohner. Dafür werden von Termiten ausgehöhlte bis zu 1,80 Meter lange Stücke vom Eukalyptusbaum verwendet. Das hohle Holz erzeugt beim Blasen einen eindringlichen, vibrierenden Klang, der
meditative, bewusstseinserweiternde Zustände hervorruft. Dieses exotische Instrument hat seit einigen Jahren auch in Europa eine kleine Fangemeinde.
Buchtipp: Robert Craan, “Geheimnisvolle Kultur der Traumzeit”
Druiden
(keltisch: dru = Weisheit, id = Eiche)Druiden waren die Intellektuellen, Priester und Weisen der Kelten, die vielfältige Aufgaben hatten: religiöse Rituale durchführen, Recht sprechen,
Verhandlungen führen, unterrichten und mündlich die Traditionen weitergeben. Die Kelten kannten die Trennung von Welt und Spiritualität nicht, Hügel und Flüsse galten als Aufenthaltsorte von weiblichen
Gottheiten, Wälder als Lieblingsplätze für Götter. Daher wurden Rituale vor allem in Wäldern, die als eine Art Naturkathedrale angesehen wurden, abgehalten, Sexualität galt als heilig, der Familie und dem
Clan war man besonders verbunden. Die Kelten waren um 500 v. Chr. in ganz Europa verbreitet. Die Lebensphilosophie der Kelten, alles als grundsätzliche Einheit zu sehen, Göttlichkeit in sich selbst und der
Natur zu finden, fasziniert mittlerweile immer mehr junge Menschen. Sie fühlen sich als moderne Druiden, feiern die alten Feste und leben nach dem Grundsatz: Tu, was du willst, aber schade niemandem.
Keltische Feste: Samhain, 1. November, der Tag, an dem sich die „Spalte zwischen den Welten“ öffnet und die Geister durchließ (daraus wurde Halloween), Imbolc, 1. Februar (wurde von der Kirche später zu
Maria Lichtmess), Beltane, 1. Mai, Beginn des Sommers, Fruchtbarkeitsfest (daran erinnert bei uns heute die Wahl der Maikönigin).
Buchtipp: Anja Senser, Klaus Lang; “Heilbuch der Druiden”
Edelsteine sollen spezifische Energien gespeichert oder Schwingungen haben, haben, die auf Körper und Seele
wirken. Auch bei uns kamen im Mittelalter Edelsteine als Heilmittel zum Einsatz, in der tibetischen Medizin werden heute noch Edelsteine in verriebener Form verwendet. In der Esoterik gelten Edelsteine als
energetische Heilmittel, die bei der Behandlung auf den Körper gelegt, am Körper getragen, oder in Wasser gelegt werden, das dann die Schwingungen übernehmen soll und Schlückchen weise getrunken wird.
Edelsteine können auch in der Wohnung und am Arbeitsplatz ihre entsprechende Wirkung entfalten. Beispiele: Malachit und Rosenquarz sollen die Herzensenergie und die Liebesfähigkeit steigern, Pyrit soll den
Willen zum Erfolg unterstützen und Kraft schenken. Buchtipp: Bernhard Graf; “Heilen mit Edelsteinen” Engel (griech.: angelos = der Bote)In vielen Religionen Vermittler
zwischen Gott und der irdischen Welt. Engel sollen die Menschen beschützen und auf ihrem Lebensweg begleiten. Manche Menschen sind davon überzeugt, dass man mit Engeln kommunizieren kann, wenn man sie
anruft. In esoterischen Buchläden gibt es ein großes Angebot an Engel-Tarotkarten oder Engelkarten, die bei der spirituellen Lebensführung behilflich sein können.
Buchtipp: Petra Schneider, Gerhard K. Pieroth; “Engel begleiten uns” Erleuchtung Im Buddhismus der Begriff für den höchsten
Bewusstseinszustand. Wer ihn erreicht, geht ins Nirvana ein und ist frei davon, immer wieder geboren zu werden, leiden zu müssen (Samsara) und kann sich aussuchen, ob und wie er wiedergeboren wird. (Nirvana
= Verwehen, Verlöschen, keine Wünsche und Leidenschaften mehr haben, eins werden mit dem großen Ganzen). In bestimmten buddhistischen Richtungen, z. B. in Tibet, gibt es die Vorstellung, dass es sog.
Bodhisattvas gibt, wiedergeborene Buddhas, die wieder auf die Welt kommen, um allen Wesen auf ihrem Weg zur Erleuchtung zu helfen. Das Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, gilt traditionell als die
Verkörperung des Buddhas Avalokiteshvara, dem Buddha des allumfassenden Mitgefühls. Buchtipp: Surya Das; “Der Achtfache Pfad. Lehrbuch zur Erleuchtung“
Esalen Massage Diese Massage wurde vor rund
30 Jahren am Esalen Institut in Big Sur, Kalifornien, entwickelt. Sie ist eine sanfte Form der Körperarbeit, die aus langen, fließenden Berührungen vom Kopf bis zu den Fußspitzen besteht, ergänzt durch
Dehnungen, passive Gelenkbewegungen und punktuelle Tiefenarbeit, bei der der Therapeut z. B. seinen Ellenbogen sehr langsam und behutsam in einen schmerzenden Muskel einsinken lässt. Ziel dieser Massage ist
zunächst einmal Entspannung. Es kann aber auch problemzentrierter gearbeitet werden, um psychische oder physische Einschränkungen zu verändern (die meisten Esalen-Therapeuten haben Zusatzausbildungen).
Beispiele: Kontaktprobleme, Ängste, Antriebsarmut oder Folgeschäden von Unfällen. Facial Harmony (engl.: facial = das Gesicht betreffend)
Sanfte Gesichts-Druckmassage, die verschiedene Schichten von Muskeln durcharbeitet, Nerven, Haut und Bindegewebe stimuliert. Diese Muskellösungstechnik wurde in den 50er Jahren zunächst für Schauspieler
entwickelt, damit sie mehr Ausdruck in ihre Mimik legen können. Die Australierin Lana Lawson entwickelte daraus die speziellen Techniken fürs Gesicht. Facial Harmony bewirkt eine Art „Lifting“, kann Falten
glätten, den Hals straffen, die Augen „Öffnen“ und lässt das Gesicht strahlen. Feldenkrais-Methode Methode, um die Beweglichkeit des Körpers
des Denkens zu verbessern, Bewegungsabläufe und eingefahrene motorische Muster behutsam bewusst zu machen und Alternativen zu entwickeln, Bewegungen harmonischer und effizienter zu gestalten. Dadurch braucht
man weniger Kraft, der Verschleiß des Körpers verlangsamt sich. Durch kleine leichte Bewegungen, die nach Anleitung des Feldenkraislehrers ausgeführt werden, lernt man, seinen Körper besser zu verstehen und
einzusetzen. Die Folge: weniger Verspannungen, Optimierung bei sportlichen oder musikalischen Tätigkeiten, Verbesserung der Haltung, Flexibilität in körperlicher, geistiger und seelischer Hinsicht. Diese
Methode wurde vom Physiker, Ingenieur und Judo-Experten Moshé Feldenkrais (1904 – 1984) nach einer schweren Knieverletzung entwickelt. Zu seinen Schülern zählten unter anderem der Dirigent Sir Yehudi
Menuhin. Von dieser Methode profitieren auch Menschen mit Erkrankungen des Bewegungsapparates (z.B. Skoliose) und in der Rehabilitation. Es gibt zwei Formen der Anwendung: 1. Bewusstheit durch
Bewegung: Hier wird in der Gruppe nach verbaler Anleitung des Lehrers geübt, meist im Liegen. 2. Funktionale Integration: Einzeltherapie, bei der man sein motorisches Repertoire erweitert.
Buchtipp: Frank Wildmann; “Feldenkrais Übungen für jeden Tag” Feng Shui
(chin: feng shui = Wind und Wasser)Die aus China stammende Lehre vom richtigen Ort und der optimalen Gestaltung von
Räumen geht davon aus, dass eine Wohnung oder ein Haus kein lebloses Ding ist. Darin herrschen gute (Ch’i, auch Qi geschrieben) oder schlechte Energien (Sha). Sie beeinflussen die Atmosphäre in der Wohnung,
das Glück, die Gesundheit oder den geschäftlichen Erfolg der Menschen, die darin wohnen und arbeiten. Beispiel: Richtige oder stimmungsvolle Beleuchtung fördert die gute Energie, Durchzug hingegen das „Sha“,
die schlechte Energie, die wie scharfe Messer das Umfeld angreifen. Basis des Feng Shui ist chinesische Lehre von Ying und Yang, dem weiblichen und dem männlichen Prinzip, die sich gegenseitig brauchen und
ergänzen. Außerdem ist es wichtig, welcher Elemente-Typ man ist (Wasser, Holz, Feuer, Erde oder Metall). Durch den richtigen Bau des Hauses, die entsprechende Stellung der Möbel, durch Pflanzen, Spiegel,
kleine Springbrunnen oder andere Dekorationsstücke können diese Kräfte in Harmonie gebracht werden. Buchtipp: Lillian Too; “Das große Buch Feng Shiu”
Feuerlauf Beim Feuerlauf wird
ein Glutteppich von mehreren Metern Länge barfuss überquert. Die Temperatur beträgt zwischen 500 und 700 Grad. Es kommt in aller Regel zu keinen Verbrennungen, da die Fußsohle zu dick und der Moment, den der
Fuß die Glut berührt, zu kurz ist. Als Mittel der spirituellen Reinigung gibt es dieses Ritual in verschiedenen Kulturen, in Europa noch in Nordgriechenland. Bei uns ist diese Mutprobe ein Mittel, das bei
alternativen Workshops, aber auch zum Managertraining eingesetzt wird. Hintergrund: Die Überwindung der Angst soll sich positiv auf die allgemeine Lebensbewältigung auswirken. Fußreflexzonen Unsere Füße sollen auf den Sohlen unseren gesamten Organismus widerspiegeln. Jeder Zone auf den Füßen ist ein Körperteil oder ein Organ zugeordnet, die auf Druck
empfindlich reagiert, wenn die betroffene Stelle erkrankt ist. Durch Druckmassage sollen Beschwerden gelindert und Selbstheilungskräfte aktiviert werden. Ähnliche Felder gibt es auf den Handflächen, die
ebenfalls durch eine solche Behandlung stimuliert werden können. Die Reflexzonen-Massage stammt ursprünglich aus der Traditionellen Chinesischen Medizin.
Buchtipp: Dr. Franz Wagner; “Reflexzonen-Massage”
Ganzfeld-Experimente sind Versuche zum Nachweis telepathischer Fähigkeiten. Dazu werden Probanden von Reizen der Umwelt
abgeschottet: Ihnen wird über Kopfhörer ein sogenanntes „weißes Rauschen“ vorgespielt, die Augen sind dabei mit halbierten Tennisbällen abgedeckt. Die meisten Versuchspersonen erleben eine Veränderung ihres
Bewusstseinszustandes, Traumbilder steigen auf. Ein „Sender“ konzentriert sich auf ein bestimmtes Bild, während der „Empfänger“ (die Testperson) versucht, zu beschreiben, was davon bei ihr „ankommt“.
Zwischen 1974 und 1997 wurden 2549 solcher Experimente durchgeführt und analysiert. Die Trefferquote lag bei 32,2 Prozent. Geomantie (griech.: gaia-manteia = Erd-Betrachtung)Die
Geomantie ist eine „Erfahrungswissenschaft“, die versucht, die speziellen Energien eines Ortes wahrzunehmen und diese bei der Architektur oder Landschaftsplanung zu berücksichtigen. Geomanten gehen davon
aus, dass die Erde ein lebender Organismus ist, der von Kraftlinien und Wasseradern durchzogen wird. Diese Kraftlinien sollen durch die Methoden der Radiästhesie (wörtl.: Strahlenfühligkeit) wie Rutengehen
oder der Arbeit mit dem Pendel von sensitiven Menschen festzustellen sein. Kreuzungspunkte dieser Linien sind besondere Kraftplätze, auf denen oft Kathedralen oder andere Heiligtümer errichtet wurden, zum
Beispiel die Pyramiden oder der Kaiserdom in Aachen. Geomantik hingegen ist ein Orakelverfahren, in dem aus willkürlich in den Sand gekritzelten Punkten die Zukunft gelesen wird. Buchtipp: Stefan Brönnle; “Die Kraft des Ortes”
Henkelkreuz (ägypt: ankh = Leben)Symbol aus der ägyptischen Mythologie, das das Leben symbolisiert. In der darstellenden Kunst tragen es Götter
und Pharaonen in der Hand zum Zeichen des Weiterlebens im Jenseits. Hexen Die Bezeichnung Hexe ist auf den althochdeutschen Begriff
„hagazussa“ zurückzuführen. Bedeutung: die, die auf dem Zaun oder einem Stück Holz sitzt. Ursprünglich waren Hexen heilkundige, weise Frauen. Ihnen wurden aufgrund ihres Könnens (Geburtshilfe,
Empfängnisverhütung) auch magische Fähigkeiten zugesprochen, z. B. der böse Blick oder die Fähigkeit, die Ernte zu verderben. Der Höhepunkt der Diffamierung war die Hexenverfolgung in Europa im 16.
Jahrhundert, bei der mehrere hunderttausend Frauen durch Verbrennen den Tod fanden. Heute bezeichnen sich Frauen als Hexen, die alte Rituale, Beschwörungen und Heilweisen praktizieren. Sie fühlen sich als
Bewahrerinnen eines alten Wissens, das in unserer technisierten, rationalen Welt immer mehr verloren zu gehen droht.
Buchtipp: Ulrike Ascher; “Hexeneinmaleins für freche Frauen – Magie für den Alltag” Hildegard von Bingen Die Äbtissin Hildegard von Bingen
(1098–1179) war die Allround-Gelehrte ihrer Zeit: Sie gründete zwei Klöster, schrieb religiöse und medizinische Bücher, komponierte, malte. In ihrem Werk „Physika“ beschreibt sie Pflanzen, Steine und Metalle
und ihre Wirkung auf Körper und Seele. Die Botschaft der Mystikerin, die mit 42 eine intensive Gotteserfahrung hatte, die sie zum Schreiben und Forschen aufforderte, war: „Werde, was du bist. Mensch, werde
Mensch!“
Buchtipp: Charlotte Kerner; “Dle Schönheit des Himmels - Leben der Hildegard von Bingen” Homöopathie (griech: homoios = ähnlich, pathos = Leiden)
Die Homöopathie wurde vom Arzt Samuel Hahnemann (1755–1843) entwickelt. Der Arzt, Apotheker, Chemiker stellte fest, dass eine Substanz, die einen gesunden Menschen krank macht, z. B. bei ihm Fieber
hervorruft, das Fieber bei einem kranken Menschen senken kann. Daraus entstand das sogenannte „Simile-Prinzip“ (lat. simile: ähnlich): Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden. Krankheiten sind für die
Homöopathie Symptome und Reaktionen auf Störfaktoren. Die Homöopathie wirkt auf diese Störfaktoren ein, nicht auf die Symptome. Das erklärt, warum es für dieselbe Krankheit ganz verschiedene Medikamente gibt
– je nach individueller Symptomatik. Typisch für den Verlauf einer homöopathischen Behandlung kann die „Erstverschlimmerungsreaktion“ sein: Die Beschwerden verstärken sich zunächst, bevor sie abklingen.
Homöopathischen Heilmittel sollen den Körper zur Selbstheilung anregen. Sie werden in starker Verdünnung – Potenzierung genannt – verabreicht. Buchstaben und Kennzahlen geben den Grad der Potenzierung an. Je
niedriger die Potenz, desto mehr wirkt das Heilmittel auf den Körper, höhere Potenzen sollen eher auf die Psyche wirken.
Buchtipp: Dr. Anita Schweiger; “Praxisbuch Homöopathie” I Ging
Das Buch der Wandlungen I Ging (sprich I Dsching) ist eine Sammlung von Weisheits- und Orakelsprüchen, die über
Generationen hinweg in China zusammengetragen wurden. Das mehr als 3000 Jahre alte Buch geht davon aus, dass das Tao der Urgrund alles Lebens, unwandelbar und ewig ist. Alles andere aber ist dem Wechselspiel
der Veränderung unterworfen. Es gilt, diese zu erkennen und als Entwicklungschancen zu akzeptieren. Das I Ging sagt uns weniger, was passieren wird, als dass es aufzeigt, wie Dinge sich entwickeln können –
je nachdem, ob man sich entsprechend der Kräfte des Universums verhält oder nicht. Das I Ging besteht aus 64 Hexagrammen (Zeichen), die aus sechs übereinanderliegenden Linien gebildet werden. Man erhält sie,
indem man drei gleichwertige Münzen sechsmal wirft. Je nach Wert sind diese Linien durchgehend oder unterbrochen. Das I Ging wird auch in Ländern wie Korea oder Vietnam befragt. In Japan beruhten
militärische Strategien bis ins letzte Jahrhundert hinein auf Lehrbüchern, die vom I Ging beeinflusst waren. Buchtipp: René van Osten; “I Ging, das Buch vom Leben” Intuition
(lat.: intueri = in sich, in etwas hineinschauen)Im Gegensatz zum rationalen Denken, Analysieren und anschließendem Erkennen, ist die Intuition eine Art blitzartiger „Erleuchtung“ oder
Aha-Erlebnis oder aus heiterem Himmel. Intuition kann zwar rationalen Erkenntnisse nutzen, überspringt aber anscheinend völlig unlogisch irgendwelche Folgerungen und kommt „einfach so“ zu einer Erkenntnis –
eine Erfahrung, die viele Wissenschaftler bei ihren Forschungen gemacht haben. Albert Einstein zum Beispiel war der Meinung, dass es auf dem Wege der Entdeckung der Naturgesetze keine logischen Pfade gäbe –
letztlich wäre Intuition die Grundlage allen Begreifens. Im Alltagsleben ist Intuition die Fähigkeit, unbewußt Informationen zu sammeln, die innerlich vernetzt werden und dann plötzlich als Erkenntnis
„auftauchen“. Frauen gelten in der Regel als intuitiver als Männer. Ob dies angeboren ist, bleibt fraglich. Möglicherweise ist weibliche Intuition eine Fähigkeit, die Frauen über Jahrtausende entwickelt
haben, weil sie vom Wohlwollen der ihnen wirtschaftlich überlegenen Männer abhängig und darauf angewiesen waren, männliche Absichten im Vorfeld zu erahnen. Mittlerweile gibt es Trainingsgruppen, in denen man
seine Intuition trainieren können soll. Buchtipp: Philip Goldberg, “Die Kraft der Intuition” Karma (sanskrit: karma = Werk, Tat)Die hinduistische und
buddhistische Vorstellung vom Karma ist, dass die Taten und Gedanken eines Menschen Auswirkungen auf seine Zukunft und seine Wiedergeburt haben. Durch sein Verhalten kann der Mensch selbstverantwortlich
bestimmen, welches Karma er ansammelt und in welcher Form er wiedergeboren wird. Karma ist also die Kette von Ursache und Wirkung, die der Mensch durch seine Lebensführung beeinflussen kann.
Buchtipp: Paul Brunton; “Karma. Was es wirklich bedeutet” Kinesiologie (griech.: kines = Bewegung, logie = Wissen, Wissenschaft)Die „Angewandte Kinesiologie“ beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen Muskel-Tonus und der Befindlichkeit des Körpers, der inneren Organe sowie der geistig-seelischen Verfassung. Anfang
der 60er Jahre entdeckte der Chiropraktiker George Goodheart, dass die Reizung innerer Organe (z. B. eiskaltes Wasser im Magen) bewirkt, dass bestimmte Muskeln kurzfristig nicht mehr so gut funktionieren. Er
ging davon aus, dass bestimmte Muskelgruppen mit bestimmten inneren Organen korrespondieren, z. B. Nackenmuskeln mit dem Magen. Wer zu Nackenverspannungen neigt, soll öfter an Sodbrennen leiden als andere
Menschen. Heute ist „Touch for Health“ (gesund durch Berührung) eine Weiterentwicklung dieser Erkenntnisse: Durch die Einwirkung auf bestimmte Muskeln – Massage und leichter Druck – sollen die damit
verbundenen inneren Organe oder seelischen Probleme behandelt werden können. Als Testmittel, um die entsprechenden krankmachenden Faktoren herauszufinden (z. B. Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln,
Stress mit bestimmten Personen), führen Kinesiologen sog. Muskeltests durch. Zunächst testet der Behandler die normale Anspannung der Muskeln, z. B. am ausgestreckten Arm. Dann bittet er den Probanden, an
etwas zu denken, das ihm unangenehm ist. Lässt die Muskelanspannung nach und der Arm sinkt etwas nach unten, gilt das als Hinweis darauf, dass in diesem Bereich etwas nicht in Ordnung ist.
Buchtipp: Leila Parker; “Das Praxisbuch der Kinesiologie”
Kirlian-Fotographie
Elektrofotographie, die die elektromagnetischen Entladungen von Gegenständen oder Körperteilen zeigt. Diese liegen wie Lichthöfe um den abgebildeten Gegenstand herum. Manche Menschen glauben, dass man so die
Aura abbilden und daraus den Gesundheitszustand der Person ablesen kann. Naturwissenschaftler sind der Meinung, dass es sich um ein rein chemisch-physikalisches Phänomen handelt. Seinen Namen bekam diese
Fotografie von dem russischen Forscher-Ehepaar Seymon und Valentina Kirlian, die 1949 auf ihre Erfindung das Patent anmeldeten. Buchtipp: Peter Lay; “Kirlian-Fotografie”
Kundalini (sanskrit: kundalini = die Zusammengerollte)Die Yogis in Indien stellen sich vor, dass eine spezielle Energie im Wurzel-Chakra (Unterleib) ruht, die
durch bestimmte Yoga-Techniken geweckt werden kann und dann bis zum Scheitel-Chakra aufsteigt und sich mit der kosmischen Energie verbindet. Im Tantra-Yoga wird Kundalini durch die Energie geweckt, die
entsteht, wenn man den Orgasmus zurückhält. Kundalini wird oft als zusammengerollte Schlange dargestellt. Buchtipp: John Selby, Zachary Selig; “Das Erwachen der Kundalini” Lebenshauch Atem, in manchen Kulturen auch Träger von kosmischen Kräften. Im den aus Indien stammenden Yogalehren heißt dieser Lebenshauch Prana und ist die kosmische
Energie, die in allen Lebewesen wirkt. Sie wird durch bestimmte Atemübungen (pranayamas) gezielt zur Verbesserung des Wohlbefindens und der geistigen Klarheit eingesetzt.
Buchtipp: Doris Iding; “Für mehr Lebensenergie - Bewußtes Atmen” Liebeszauber Ein Liebeszauber ist ein magisches Ritual, um das
Objekt der Begierde für sich zu gewinnen. Grundvoraussetzung für dieses Ritual (wie für jeden anderen Zauber) ist die Fähigkeit, sich zu konzentrieren und Dinge vor seinem inneren Auge visualisieren
(bildlich vorstellen) zu können. Zu einem Liebeszauber gehören auch bestimmte Zutaten, zum Beispiel Kerzen in bestimmten Farben (rote für Sex, rosa für Liebe allgemein), Kräuter, Blütenblätter (Rose), Metall
(Kupfer, das Metall der Göttin Venus), ein Foto oder eine Haarlocke desjenigen, der angezogen werden soll. Diese Dinge werden durch Konzentration und Sprüche magisch „aufgeladen“ und dann zum Beispiel in
einem kleinen Säckchen um den Hals getragen. Der Abschluss der Zeremonie ist wie bei allen anderen auch die Bitte, dass sich der Zauber zum Wohle aller manifestieren möge und keinem schaden soll.
Praktizierende Hexen weisen darauf hin, dass Liebeszauber in erster Linie eine Art „Selbst-Coaching“ sind, die denjenigen, der zaubert, in einen geistig-seelischen Zustand versetzt, offen für entsprechende
Erfahrungen zu machen. Buchtipp: Lexa Roséan; “Das Hexen 1x1 für erotische Momente” Mala Buddhistische Gebetsperlenkette mit 108 Perlen, oft aus Sandelholz. Sie wird benutzt, um Mantras aufzusagen. In ihrer Funktion als Gebets- und Versenkungshilfe
ähneln sich Mala, christlicher Rosenkranz und die 99 islamischen Gebetsperlen, die für die 99 Namen Allahs stehen. Die sog. Buddha-Armbänder aus Halbedelsteinen, die zur Zeit in Mode sind, sind den kleinen,
tibetischen Handmalas nachempfunden. Mandala (sanskrit: mandala = Kreis, Scheibe)Symbol, Meditationshilfe. Das geometrisches Bild besteht aus konzentrischen Kreisen und
Quadraten. Es ist das Symbol für den geistigen Palast einer Gottheit oder Buddhas, den der Geist des Meditierenden „betreten“ kann, u. a. um die Erfahrung der Aufhebung aller Gegensätze zu machen. Mandalas
können auf Leinwand gemalt, aus farbigem Pulver oder Sand gelegt oder aus Holz gefertigt werden. Ähnliche Wirkung auf den Bewußtseinszustand können die üppigen Rosettenfenster aus farbigem Glas haben,
die in gotischen Kathedralen zu sehen sind. Auch sie sollen den Betrachter „transzendieren“ – dem Göttlichen näher bringen. Die Mandala-Bilder zum Ausmalen, die man zur Zeit in Buchhandlungen kaufen kann,
sollen beruhigend und konzentrationsfördernd wirken. Buchtipp: Marion und Werner Küstenmacher; “Energie und Kraft durch Mandalas” Mantra (sanskrit: mantra = Sprüche)Kraftgeladene Silben, die den
Klang, die Essenz oder das Wesen einer Gottheit symbolisieren. Sie werden rezitiert, um dieser Gottheit oder um einem gewünschten Bewusstseinszustand näher zu kommen. In bestimmten Richtungen des Buddhismus
gilt die Rezitation von Mantras als eine Möglichkeit, heilsame Kräfte für sich und alle Wesen zu fördern. Das bekannteste Mantra ist Om mani padme hum (tibetisch: Om mani peme hung), das gewöhnlich mit
„Juwel in der Lotusblüte“ übersetzt wird. Om setzt sich aus den Lauten A-U-M zusammen und ist die Anrufung des Buddha, im hinduistischen Glauben ist es der Klang des Kosmos und die Klangsilbe der geistigen
Erkenntnis.
Buchtipp: Eknath Easwaran; “Mantram - Hilfe durch die Kraft des Wortes” Meditation (lat.: meditatio = Versenkung, in die Mitte gehen)Meditation ist ein Sammelbegriff für in vielen Religionen geübte Praktiken der Versenkung. Das Ziel der Meditation ist es, den Gedankenfluss zum Stillstand zu bringen und sich so geistig offen zu
machen für religiöse Erkenntnisse und Erfahrungen. Aber auch ohne religiösen Hintergrund ist Meditation eine Möglichkeit, zu innerer Ruhe zu kommen. Mittlerweile ist erwiesen, dass meditieren positive
Auswirkungen auf den geistigen und körperlichen Zustand hat. In den USA gibt es eine Klinik, die bei den unterschiedlichsten Krankheiten wie Herzinfarkt, Rückenschmerzen, Paniksyndromen oder Hauterkrankungen
zusätzlich zur medizinischen Betreuung eine begleitende Meditation anbietet. Die Symptome dieser Krankheiten verringerten sich, so die Studie, nach etwa acht Wochen um rund 35 Prozent. Nicht immer
bedeutet meditieren, still zu sitzen. Im Zen-Buddhismus (Ursprung China und Japan) gilt zum Beispiel auch das entsprechend ausgeführte Bogenschießen (kyudo), die Teezeremonie (chado) oder das Blumenstecken
(ikebana) als Meditation, bei der der Ausübende ganz in der Handlung aufgeht. Buchtipp: Victor N. Davich; “Meditation - Methoden aus aller Welt”
Mudra (sanskrit: mudra = Zeichen, Siegel)ist im Yoga die Bezeichnung für eine bestimmte Handhaltung. Im Hinduismus gehört zu jeder Gottheit eine bestimmte Fingerstellung. Aber auch bei uns gibt es bestimmte Gesten mit Symbolwert, z. B.
das Daumendrücken, um jemandem Erfolg zu wünschen oder die zum Gebet gefalteten Hände. Im Yoga werden solche Handstellungen benutzt, um bestimmte Geistes- oder Bewusstseinszustände zu erlangen oder um
Krankheiten zu lindern. Das Mukula-Mudra, bei dem die vier Fingerspitzen einer Hand an die Daumenspitze gelegt werden, soll regenerierende Energie aussenden. Dazu werden die zusammengelegten Fingerspitzen
auf die entsprechende Körperstelle gesetzt. Buchtipp: Gertrud Hirschi; “Mudras, Yoga mit dem kleinen Finger” NLP (Neurolinguistisches Programmieren = das Gehirn durch Sprache
und Verhalten programmieren)NLP wurde in den 70er Jahren in den USA von dem Linguistik-Professor John Grinder und dem Mathematiker und
Psychologen Richard Bandler entwickelt. Sie untersuchten das Auftreten, die Sprache und das Verhalten der damals berühmtesten und erfolgreichsten Therapeuten: Fritz Perls (Gestalttherapie), Virginia Satir
(Systemische Familientherapie), Milton Erickson (Hypnosetherapie). Daraus entwickelten sie Lernanleitungen, mit denen sich jeder Mensch selbst neu erschaffen können soll (Richard Bandler nannte NLP einmal
die „Programmiersprache für den menschlichen Körper“). Zusammen mit dem NLP-Practitioner macht man eine Bestandsaufnahme des derzeitigen körperlichen, geistigen und seelischen Ist-Zustandes, stellt sich
dann den gewünschten Ziel-Zustand vor. Mentale Blockaden, die dem entgegenstehen, werden heraus gearbeitet und aufgelöst, konkrete Schritte, die zum gewünschten Zustand führen, erarbeitet. NLP-Training wird
vor allem von Menschen, die mit Kommunikation zu tun haben, also Managern oder Verkäufern, genutzt. Aber auch Psychotherapeuten setzen diese Methode ein, um ihren Klienten dabei zu helfen, ihr persönliches
Potential zu entwickeln. Buchtipp: Anthony Robbins; “Das Powerprinzip”
Numerologie (lat./griech.: Numerus = Zahl / Logos = Beschreibung)Aus der Kabala, einer Schriftsammlung
jüdischer Mystiker (niedergeschrieben im 13. Jahrhundert), stammt die Überzeugung, dass Zahlen (und Buchstaben) eine Art Schlüssel zum Göttlichen und zur kosmischen Ordnung sind. Auch im alten Griechenland
und in islamischen Kulturen gab (und gibt) es eine ausgeprägte Zahlensymbolik. Die 40 gilt im Islam zum Beispiel als Symbolzahl für den Buchstaben M, mit dem der Name des Religionsgründers Mohammed anfängt.
Die Armensteuer, wie der Koran sie vorschreibt, beträgt ein Vierzigstel des Einkommens, 40 Tage lang ziehen sich Angehörige einer bestimmten islamischen Richtung in Klausur zurück, um zu beten. In der
Numerologie, so wie sie heute bei uns als Orakel angewandt wird, sollen die Geburtsdaten Aufschluss über die Anlagen, den Charakter und den Lebensweg eines Menschen geben. Eine Vorgehensweise ist etwa, alle
Zahlen des Geburtsdatums solange zusammenzuzählen, bis eine einstellige Zahl übrig bleibt. Anhand dieser Zahl werden dann Aussagen zu dieser Person getroffen.
Buchtipp: Annemarie Schimmel; “Das Mysterium der Zahl”
Ohrkerzen Die sogenannten Hopi-Ohrkerzen sind dünne, hohle Wachskerzen, die ins Ohr gesteckt und abgebrannt
werden. Der dabei entstehende Unterdruck soll die Ohren reinigen, die Wärme die lokale Durchblutung aktivieren. Als Anwendungsgebiete werden angegeben: Stress, Ohrgeräusche, Kopfdruck, Hyperaktivität und
Schlaflosigkeit. Angeblich ist diese Behandlungsmethode auf die Hopi-Indianer zurückzuführen. Diese Ohrkerzen dürfen keinesfalls bei Verletzungen im Ohr (Perforation) angewandt werden. In den 80er Jahren
kamen diese Kerzen wegen damals im Wachs enthaltener Chemikalien ins Gerede. Orakel Das Orakel ist ein in allen Zeiten und Kulturen
verbreitetes Verfahren, um durch den Kontakt mit dem Übersinnlichen Rat einzuholen oder in die Zukunft zu schauen. Als Orakel wird manchmal auch eine medial veranlagte Person bezeichnet. Im alten
Griechenland gab es das Delphische Orakel, bei dem eine Frau – die Pythia – wahrscheinlich mit Hilfe von Kräuterdämpfen in Trance verfiel. Sie trat so angeblich in Kontakt mit dem Gott Apollo und verkündete
dessen Rat. Diese oft unverständlichen Sprüche wurden dann von den Priestern gedeutet. Verbreitet sind heute das Handlesen, die Traumdeutung oder das Tarot. Als Hilfsmittel dienen unter anderem Teeblätter,
Runen, Münzen oder Schafgarbenstängel beim I Ging. Buchtipp: Gerhard März; “Das Buch der Orakel” Pentagramm (griech. pente = fünf, gramma = Buchstabe)Das
Pentagramm ist ein fünfzackiges, geometrisches Zeichen, das einem Stern ähnelt, auch Druidenfuß genannt. Es gilt als Symbol der vier Elemente und des Geistes, der sie beherrscht. Eine andere Interpretation
besagt, dass es das Zeichen der Erdmutter oder Erdgöttin ist, das immer dann zu sehen ist, wenn man einen Apfel quer statt längs aufschneidet. Bei Ritualen wird es als bannendes oder beschwörendes Symbol in
die Luft oder den Boden gezeichnet. Im Mittelalter sollen sich Hexen mit dem Pentagramm anstatt mit dem Kreuzzeichen gesegnet haben, daher auch der Name Hexenkreuz.
Buchtipp: Thea; “Magische Symbole – Alle esoterischen Symbole von A bis Z” Polarity-Therapie (engl.: polarity = Gegensätzlichkeit)
Die Polarity-Therapie wurde von dem Chiropraktiker Dr. Randolph Stone (1890–1981), der mehr als 50 Jahre in Chicago praktizierte, entwickelt. Zusätzlich zu seiner herkömmlichen Ausbildung studierte er Yoga,
Ayurveda und Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Er bereiste Europa, Asien und Amerika, um alternative Heilweisen kennenzulernen. Die Polarity-Behandlung beruht auf der Vorstellung eines komplexen
energetischen Feldes, das den Körper durchzieht und das wie ein konstantes Pulsieren zwischen positiven und negativen Polen, zwischen Anziehung und Abstoßen pulsiert. Krankheit wird als eine Blockade dieses
Pulsierens verstanden. Durch eine Behandlung, die sich aus verschiedenen Elementen zusammensetzt, sollen solche Blockaden gelöst werden: Massage, die eher wie eine Art Handauflegen ist, Körperübungen (Yoga)
und Ernährungsberatung. Charakteristisch sind sog. bi-polare Kontakte. Das heißt, der Behandler legt seine Hände oder Finger gleichzeitig an verschiedenen Körperstellen auf, um diese Körperstellen
energetisch miteinander zu verbinden. Buchtipp: Wilfried Teschler; “Mehr Energie durch Polaritätsmassage” Qigong (chin.: qigong = Übung, Pflege der Lebensenergie, sprich: dschigung)
Qigong ist der Sammelbegriff für eine Vielzahl verschiedene Körperübungen, die zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gehören, deren Ursprünge mehrere tausend Jahre zurückliegen.
Typisch für die Übungen ist die Kombination von Atmung, Achtsamkeit und meist langsamer, fließender Bewegung im Stehen, Gehen, Liegen oder Sitzen. Sinn der Übungen ist es, das Qi (Ch’i), die Lebensenergie,
zu stärken und so zu größerem Wohlbefinden zu gelangen. Regelmäßiges Praktizieren soll das Immunsystem stärken, Atmung und Nervensystem regulieren und die Konzentrationsfähigkeit unterstützen. Da die
Bewegungen meist ohne große Anstrengungen ausgeführt werden, ist Qigong besonders für ältere Menschen eine attraktive und umfassende Form, sich fit und beweglich zu halten. Das allgemein vitalisierende Qi
Gong ist die Version, die im Westen am meisten verbreitet ist. Es gibt aber auch Formen, die sehr speziell wirken und – so Fachleute – nur nach einer TCM-Diagnose geübt werden sollten. Die Legende
erzählt, dass Qigong von Mönchen entwickelt wurde, die alle mehr als 100 Jahre alt wurden. Als der damalige Kaiser davon erfuhr, nahm er Unterricht und verbot die Weitergabe dieses Wissens an Personen, die
nicht zu seiner Familie gehörten. Während der chinesischen Kulturrevolution (1965–1969) waren diese Übungen verboten, sind jetzt aber ein Bestandteil der Therapie in chinesischen Krankenhäusern.
Buchtipp: Brigitte Hegeman; “Heilen mit den fünf Elementen des Tao” Reiki (jap.: reiki = universelle Lebensenergie)Reiki
(gesprochen reeki) ist eine Behandlungsmethode, die Ende des 19. Jahrhunderts von dem Japaner Dr. Mikao Usui entwickelt wurde. Sie wurde ihm als Vision offenbart, als er sich für längere Zeit zurückgezogen
hatte, um zu beten und meditieren. Das „Usui-System der natürlichen Heilung“ beruht auf der Annahme, dass uns alle eine universelle Energie umgibt und durchdringt. Diese Energie soll man durch Handauflegen
gezielt übertragen können. Reiki steigert das Wohlbefinden, baut Stress ab und soll positive Effekte bei den verschiedensten Krankheiten haben. Reiki wird in mündlicher Tradition vom Meister zum Schüler
weitergegeben. Um Reiki geben zu können, ist eine Einweihung notwendig. Bei der Einweihung zum 1. Grad werden die zwölf Handpositionen gelehrt, die zu einer klassischen Reiki-Behandlung (die man sich auch
selbst geben kann) gehören. Bei der Einweihung zum 2. Grad werden drei Symbole gelehrt, die den Reiki-Praktizierenden befähigen sollen, über den rein körperlichen Bereich hinaus auch auf Geist und Seele
einwirken zu können und Fernheilung zu praktizieren. Der dritte Grad ist der Meister-Grad, der die Qualifikation beinhaltet, andere einzuweihen. Reiki wird nicht nur als Behandlungsmethode verstanden,
sondern auch als spiritueller Weg. Die Lebensregeln lauten: Gerade heute ärgere dich nicht. Gerade heute sorge dich nicht.
Ehre deine Eltern, deine Lehrer und die Älteren. Verdiene dein Brot ehrlich. Empfinde Dankbarkeit für alles Lebendige.
Buchtipp: Dieter Stahl; “Gesund und fit durch Reiki”
Retreat (engl.: retreat = Rückzug, Zurückgezogenheit)Ein Retreat ist ein organisierter, zeitlich
begrenzter Rückzug aus dem Alltag, vergleichbar mit einer Klausur. Dauer: von einem Tag bis zu mehreren Jahren. Durch Ausschalten von äußeren Reizen (z. B. kein Reden, kein Fernsehen, kein Lesen, kein
Tagebuch schreiben) sowie einer Versorgung mit Essen, haben die Teilnehmer die Möglichkeit, sich ohne jede Ablenkung neu zu überdenken, in sich zu schauen. Dabei können Übungen wie Geh- und Sitzmeditationen
einander abwechseln. Dazu gehören aber auch festgelegte Zeiten, in denen Fragen gestellt oder Einzelgespräche geführt werden können. Retreats sind eine Konfrontation mit sich selbst, dienen aber auch
religiöser oder spiritueller Sammlung. Buchtipp: Sylvia Boorstein; “Retreat – Zeit für mich” Rolfing Rolfing geht zurück auf die amerikanische Biochemikerin
Dr. Ida P. Rolf (1896–1979). Sie stellte fest, dass Menschen mit Schmerzen und Fehlhaltungen in Konflikt mit der Schwerkraft geraten sind und ihr Körper aus der Balance geraten ist. Rolf entwickelte ein
Verfahren, um durch Berührungen, Druck und Massage die Struktur des Körpers wieder „auf die Reihe“ zu bekommen (strukturelle Integration). Dabei wird vor allem das Bindegewebe behandelt. Eine Grundbehandlung
umfasst zehn Sitzungen. Die Körperhaltung wird vor dem Beginn der Behandlung im Foto festgehalten, um einen Vergleich zu haben. Buchtip: Ida Rolf; “Rolfing” Runen (germanisch/gotisch: runa = Geheimnis)Runen sind alte germanische Schriftzeichen. Sie entstanden etwa im 2. Jahrhundert n. Chr. in Nordeuropa und wurden
in Holz, Metall oder Stein geritzt. Sie waren eine ganz normale, alltägliche Umgangsschrift, in der Warenlisten, geschäftliche Mitteilungen, Liebesbriefe o. ä. geschrieben wurden. Forscher fanden auch ein
Stück Holz, das eine offensichtlich genervte Ehefrau ihrem Mann, der wahrscheinlich im Wirtshaus saß, überbringen ließ. Inhalt: „Gyda sagt, dass du nach Hause kommen sollst.“ Das germanische Abc umfasst
je nach Epoche bis zu 24 Buchstaben und wird nach der Reihenfolge der ersten sechs Runen nicht Alphabet sondern „Futhork“ genannt. Das Komplizierte bei der Entschlüsselung: Eine Rune kann für einen Laut,
aber auch für einen Begriff stehen. Beispiel: Die Rune „faihu“ steht für den Buchstaben „f“, für die Zahl 1 und bedeutet gleichzeitig Vieh oder Reichtum. Runenzauber, so wie die Germanen ihn verstanden,
beruhte wohl auf der Vorstellung, dass das geschriebene Wort die damit beschriebenen Kräfte bannen oder anziehen kann. So wurden zum Beispiel Beschwörungen gegen Krankheiten auf Knochen geritzt, die
anschließend in einem See versenkt wurden. Zudem soll jede Rune auch noch eine spirituelle Bedeutung haben, aus der sich dann die Möglichkeit zur Weissagung ergeben soll. Im Buchhandel sind zu diesem Zweck
Runen-Sets mit Runensteinen und entsprechender Anweisung erhältlich. Buchtipp: Andy Baggott; “Runen, Bedeutung, Gebrauch, Weissagung”
Salzkristall-Lampen Salzkristall-Lampen
bestehen aus einem ausgehöhlten Salzkristall, der – je nach Größe – von innen mit einem Teelicht oder einer Glühbirne beleuchtet wird. Sie geben ein sanftes, stimmungsvolles, meist rosa oder orangefarben
getöntes Licht. Aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung sollen Salzkristall-Lampen für ein gesundes Raumklima wie am Meer oder an Wasserfällen sorgen und deshalb entlastend bei Erkrankungen der Atemwege
wirken.
Buchtipp: Karola Berger; “Salzkristall-Lampen”
Schamanen Schamanen sind Priester, Heiler und vor allem Vermittler zu einer Welt, die jenseits der normalen
Wahrnehmung liegt. Es gab und gibt sie vor allem in asiatischen, indianischen, australischen und afrikanischen Kulturen. Bei seiner Einweihung (Initiation) „verliert” der Schamane (oder die Schamanin) seinen
ursprünglichen Körper, er wird von den Geistern zerstückelt und anschließend wieder neu zusammengesetzt, so dass er fortan als eine Art Wanderer zwischen den Welten leben und wirken kann. Schamanische
Methoden sind u. a. Trommeln, Tanzen, und die Einnahme von heiligen Kräutern, die in Trance versetzen und so die Tür zum anderen Bewusstsein öffnen und dort den Kontakt zu Göttern, Geistern, Ahnen oder auch
Tierseelen herstellen. Schamanisches Heilen ist eine ganzheitliche Tradition, die aus Pflanzenheilkunde und spirituellen Praktiken besteht. Die Vorstellung, „ein Teil der lebendigen Erde zu sein“, hat
auch für Menschen bei uns eine große Faszination. Sie versuchen, schamanische Traditionen und Rituale als persönlichen, spirituellen Weg in ihr normales Alltagsleben zu integrieren und sich so wieder mit den
Kräften der Natur, aber auch mit sich selbst zu verbinden. Entsprechende Seminare sollen dieses Wissen vermitteln. Buchtipp: Tom Cowan; “Schamanismus, eine Einführung in die tägliche Praxis”
Schüßlersalze Der Arzt Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler (1821–1898) war der Meinung, dass Krankheiten durch einen Mangel an bestimmten Mineralien ausgelöst werden, die
für biochemische Prozesse im Körper wichtig sind. Die von ihm gefundenen 12 so genannten Schüßlersalze werden als Nähr-, Wachstums- und Heilmittel eingesetzt. Sie sollen aber auch der allgemeinen
Entgiftung und der „seelischen Aufhellung“ dienen. Das Funktionsmittel Nr. 2, Calcium Phosphoricum, soll zum Beispiel regenerieren, stärkend, straffend wirken bei mangelhafter Blutgerinnung, Osteoporose oder
Neigung zu kalten Füßen. Schüßlersalze werden ähnlich wie die Mittel der Homöopathie in potenzierter, das heißt in verschieden starken Verdünnungen, in Form von kleinen Tabletten angewandt.
Buchtipp: Monika Helmke Hausen; “Lebensquell Schüßlersalze” Shiatsu (japanisch: shiatsu = Fingerdruck) Shiatsu ist
eine Massagetechnik, die auf der chinesischen Akupunktur beruht und vor rund hundert Jahren in Japan entwickelt wurde. Im Gegensatz zur Akupunktur wird nicht mit Nadeln behandelt, sondern der
Shiatsu-Praktiker arbeitet mit seinen Fingern, Handflächen, Ellenbogen oder Armen, mit denen er Druck auf bestimmte Punkte des Körpers ausübt. Diese Punkte liegen entlang der 12 Meridiane, die eine Art
Leitungssystem für die Lebensenergie sind. Nach japanischer Tradition findet die Behandlung auf einer Matte auf dem Boden statt, der Klient ist bekleidet. Dabei herrscht eine ruhige, meditative
Atmosphäre, in der der Behandler sich völlig auf die Bedürfnisse seines Klienten einstellt. Für eine wirksame Therapie sind mehrere Behandlungen erforderlich. Shiatsu soll Verspannungen lösen, Schmerzen
lindern, Krankheiten vorbeugen und steigert das allgemeine Wohlbefinden. Kreislaufbeschwerden und Stoffwechselkrankheiten werden positiv beeinflusst. Eine neue Form ist Watsu, Shiatsu im Wasser (35 Grad
warm), bei der der Therapeut den Klienten auf den Händen hält. Dadurch und durch die verminderte Schwerkraft kommt es zu einer besonders tiefen Entspannung und Lockerung der Muskeln und Gelenke.
Buchtipp: Wilfried Rappenecker; “Yu Sen – Shiatsu für Anfänger” Subliminal (lat.: sub = unterhalb, limes = Grenze)
Unterhalb der Grenze der bewussten Wahrnehmung sollen die positiven Suggestionen sein, die derart mit entspannender Musik oder Naturgeräuschen verwoben sind, dass man sie nicht mehr hört. Diese
Subliminal-Tonband-Kassetten kann man während der Arbeit, beim Autofahren oder vorm Einschlafen hören. Die immer wiederkehrenden Suggestionen („Es macht mir Spaß, mich gesund zu Ernähren” oder: „Ich bin
schon nach wenigen Happen satt”) sollen das Unterbewusstsein entsprechend beeinflussen. Auf dem Markt sind Programme für die unterschiedlichsten Bedürfnisse, u. a. um sich das Rauchen abzugewöhnen, zur
Gewichtsreduktion oder zur Stärkung des Selbstbewusstseins. Buchtipp: Heinz Buddemeier, Jürgen Strube; “Die unhörbare Suggestion” Systematisches Familienstellen Das Systematische Familienstellen
(FS) ist eine Psychotherapie, die von dem Theologen, Missionar und Psychotherapeuten Bert Hellinger (geb. 1925) entwickelt wurde. Sie beruht auf der Auffassung, dass viele Konflikte im Leben aus Spannungen
und Verstrickungen der Herkunftsfamilie stammen. FS findet oft in Gruppen statt, dabei stellt derjenige, der ein Problem bearbeiten möchte, die anderen Teilnehmer so im Raum auf, wie er seine Familie erlebt
hat. Die Gruppenmitglieder übernehmen die Rolle der einzelnen Familienmitglieder, mit denen derjenige, der das Anliegen hat, kommuniziert und so alte Muster auflösen kann. Die FS geht davon aus, dass sich
unheilsame Familienmuster auch über Generationen hinweg halten können und Menschen in ihrer Lebensfreude und Gesundheit beeinträchtigen können.
Buchtipp: Bertold Ulsamer; “Ohne Wurzeln keine Flügel”
Tai Ji Quan (chin.: Kampf / Faust im Sinne des höchsten Einen, bestehend aus Yin und
Yang. Sprich: tai dschi dschuan)Tai Ji Quan ist
ursprünglich eine chinesische Kampfkunst, die aus Abläufen besteht, die nach einer vorgeschriebenen Form ausgeführt werden (je nach Schule solo, mit einem Partner oder auch mit Waffen wie Schwert oder
Säbel). Sie wurde der Legende nach vom Mönch Cheng San Feng im 13. Jahrhundert entwickelt. Dieser hatte einen Kampf zwischen einer Schlange und einem Kranich beobachtet, bei dem ihm auffiel, dass der Vogel
trotz seines spitzen Schnabels keine Chance hatte, weil die Schlange ihm immer wieder geschickt auswich. Tai Ji Quan wurde zunächst in Klöstern zur Selbstverteidigung der Mönche geübt, später wurde es als
Familiengeheimnis von Generation zu Generation weitergegeben. Im Lauf der Zeit entstanden verschiedene Stile, die zwischen 24 und 108 Bewegungsfiguren lehren. Der sogenannte „Boxeraufstand“, bei dem
bestimmte chinesische Gruppen im Jahre 1900 gegen die zunehmende Einmischung und Unterdrückung durch europäische Mächte revoltierten, hat seinen Namen von diesen Bewegungen. Sie erinnerten die Westler damals
an einen Boxkampf. Da bei dieser Auseinandersetzung die östlichen Kampfkünste keine Chance gegen die westlichen Schusswaffen hatten, verlor Tai Ji Quan zunächst seine Wichtigkeit als Kampfkunst, blieb aber
wegen seiner gesundheitsfördernden Wirkungen trotzdem aktuell. Philosophischer Hintergrund dafür ist die chinesische Weltsicht, dass alles einem ständigen Fluss der Veränderung unterworfen ist, der sich aus
der Polarität von Ying (weibliche Kräfte) und Yang (männliche Kräfte) speist. Nur im harmonischen Miteinander dieser Kräfte kann die Lebensenergie, das Ch’i, fließen. Durch Bewegungen, die oft von dem
Verhalten von Tieren inspiriert wurden, wird dieser Energiefluss stimuliert. Tai Ji regt den Kreislauf an, entspannt die Muskulatur, wirkt sich positiv auf Sehnen und Gelenke aus, wirkt beruhigend und kann
somit günstigen Einfluss auf psychosomatische Beschwerden haben. Buchtipp: Helmut Oberlack; “Tai Ji Quan” Tantra (sanskrit: tantra = Gewebe, Wissen, kann auch „geheime, mündliche
Unterweisung“ bedeuten)Unter Tantra versteht man im Westen eine Vielzahl von Methoden, wie man seine
Sexualität besser verstehen, erleben und mit dem Partner teilen kann. Der Ursprung ist jedoch religiöser Art und liegt etwa 900 Jahre zurück. Damals entwickelten hinduistische Yogis Tantra-Lehren, die den
Menschen befähigen sollten, auf etwas andere Art und Weise als bisher den als leidvoll angesehenen Kreislauf der Wiedergeburten zu beenden und sich mit dem Göttlichen zu vereinen. Ihre Methoden galten damals
als skandalöser Tabu-Bruch. Die lust- und körperfeindlichen Brahmanen taten alles, um den Menschen klar zu machen, dass sie ihren Körper und seine Bedürfnisse überwinden müssten – die Tantriker behaupteten
das Gegenteil: Sie lehrten, dass der Körper ein Tempel des Göttlichen sei und gleichzeitig ein Vehikel, um dem näher zu kommen. Dieses Getrenntsein vom Göttlichen wird auch als Dualität bezeichnet, die sich
durch unser ganzes Leben zieht. Wir sind es gewohnt, in Gegensatzpaaren zu denken: Tag – Nacht, schwarz – weiß, jung – alt, männlich – weiblich. Die geheimen Rituale, Mantras, Mudras und die sexuellen
Praktiken der Tantra-Lehre sollen dazu beitragen, diese Dualität zu überwinden. Dabei geht es nicht um die vordergründige Befriedigung, sondern um den spirituellen Aspekt der Sexualität. Die sexuelle
Energie, die als eine Art Ur-Energie verstanden wird, wird dabei durch Übungen und Rituale so kanalisiert, dass man sich mit dem Göttlichen verbindet. Die Symbolfiguren des Tantrismus sind der Gott Shiva
(männliches Prinzip) und die Göttin Shakti (weibliches Prinzip). Diese äußerst komplexen Lehren kamen in reduzierter Form in den 80er Jahren durch die Schüler des indischen Gurus Osho (Bhagwan) in den
Westen. So entstanden eine Reihe von Tantra-Schulen, die in Seminaren Möglichkeiten vermitteln, seinen Körper, seine Sinnlichkeit besser kennen zu lernen, sexuelle Techniken zu lernen und über das
Akzeptieren der eigenen Persönlichkeit und des eigenen Körpers zu einer erfüllten Sexualität und zur Ekstase zu kommen. Wird „rotes Tantra“ angeboten, bedeutet das, dass es in dem Kurs zum Geschlechtsverkehr
kommt, „weißes Tantra“ heißt, dass es nicht dazu kommt. Die meisten Tantra-Lehrer und -Lehrerinnen haben eine Vielzahl von Ausbildungen psychotherapeutischer, spiritueller und körpertherapeutischer Art, die
in ihre Arbeit mit einfließen. Buchtipp: Margo Anand; “Tantra, Weg der Ekstase” Tarot Orakel-Kartenspiel, das sich aus zwei Bereichen, den großen
und den kleinen Arkana (von lat. arcanum = Geheimnis) zusammensetzt. Die großen Arkana (22 Karten) beschreiben wichtige menschliche Entwicklungsstufen oder Bewußtseinszustände wie zum Beispiel die Karte Nr.
2, die Hohepriesterin, die für Spiritualität, Intuition und den Zugang zu verborgenem Wissen steht. Die kleinen Arkana (56 Karten) entsprechen bis auf eine Karte unserem normalen Kartenspiel (Tarock) mit den
Farben Kreuz, Pik, Herz und Karo und den Personenkarten Bube, Ritter, Königin und König. Entsprechung im Tarot: Kreuz = Stäbe (Vitalität, Kreativität, Sexualität, Element Feuer), Pik = Schwerter (Verstand,
Rationalität, Wissen, Element Luft), Herz = Kelche (Gefühl, Seele, Element Wasser), Karo = Scheiben oder Münzen (Wohlergehen, Materielles, Geld, Element Erde). Die Personenkarten stehen beim Kartenlegen
meistens für reale Menschen oder denjenigen, der die Karten befragt, Asse und alle anderen Karten von zwei bis zehn repräsentieren die Qualität der entsprechenden Farbe. So ist die Zwei der Schwerter die
Karte des Zweifels (wenn wir zu- viel Widersprüchliches im Kopf haben), während die Zwei der Kelche eine zarte, freundschaftliche Begegnung mit einem anderen Menschen symbolisiert (Kontakt zweier Herzen). Es
gibt verschiedene Legesysteme und Tarot-Karten. Das bekannteste ist das Rider-Waite-Tarot, das sich durch sehr symbolhaltige Bilder auszeichnet. Ein weiterer Vorteil dieser Karten ist, dass jede Karte ein
ihrer Aussage entsprechendes Bild hat und nicht, wie bei anderen Karten, einfach nur drei Münzen oder sieben Stäbe abgebildet sind. In der heute bekannten Form tauchte es zuerst im 15. Jahrhundert in Italien
auf.
Buchtipp: Bürger/Fiebig; “Tarot für Einsteigerinnen” Tibetanische Medizin
Eine Spezialität der tibetischen Medizin sind die so genannten „Juwelenpillen“, die aus Kräutern, Metallen (Gold) und
Edelsteinen (z. B. Lapislazuli, Onyx, Smaragd), aber auch mit Quecksilber hergestellt werden. Sie werden u. a. bei Augenleiden, Krebs, Epilepsie eingesetzt. Bei uns im Westen bekannt geworden ist die
Kräuterpille Padma 28. Sie fördert die Durchblutung, wirkt gegen Raucherbein und Arteriosklerose, Nebenhöhlenentzündungen, chronischer Bronchitis, stärkt das Immunsystem. Tibetische Ärzte werden in der
medizinischen Hochschule in Dharmasala, Indien, dem Exilsitz des Dalai Lama, ausgebildet. Mittlerweile praktizieren tibetische Ärzte auch im Westen (z. B. in Österreich, Italien, Schweiz, sporadisch auch in
Deutschland). Die tibetische Medizin unterscheidet sich stark von unseren westlichen Vorstellungen. Sie entwickelte sich aus dem indischen Ayurveda, der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), dem
Heilwissen der Perser und der tibetischen Schamanen. Um 1100 wurden das vorhandene Wissen systematisiert und als medizinische Abhandlung, die „Vier Tantras“ genannt, aufgeschrieben. Diese Abhandlung gilt
auch heute noch als Standardwerk und wird von den Medizinstudenten auswendig gelernt. Es beschreibt 404 Krankheiten, 2293 Heilmittel sowie 38 Methoden der Diagnose. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Mensch
und Kosmos aus fünf Elementen bestehen: Erde, Wasser, Feuer, Wind (Luft), Raum, die sich im menschlichen Körper als Wind, Galle und Schleim manifestieren. Sind diese drei Säfte im Ungleichgewicht, ist der
Mensch krank. Die Ursache kann im geistigen Bereich (z. B. religiöses Fehlverhalten), im materiellen Bereich liegen (z. B. falsche Ernährung) oder auch eine Folge eines schlechten Karmas sein, z. B. bei
Krebs. Neben der Urindiagnose und der Zungendiagnose ist das Pulsfühlen die wichtigste Diagnosetechnik. Bei dieser sehr komplexen Kunst ertastet der Arzt mit Zeigefinger, Ringfinger und Mittelfinger bis zu
43 verschiedene Pulse an den Handgelenken des Patienten. Die wichtigsten Behandlungsmethoden sind religiöses Leben, richtige Ernährung, Pflanzenheilmittel, Schröpfen, Massage, Bäder. Kum Nye, eine Mischung
aus Massage und Entspannungsübungen, wird bei uns auch in manchen buddhistischen Zentren unterrichtet. Buchtipp: Dr. med. Egbert Asshauer; “Gesund bleiben mit der Heilkunst der Tibeter”
Unterwasser-Geburt Bei einer Unterwassergeburt liegt die Frau in einem Geburtsbecken mit angenehm warmem Wasser. Dadurch sind die Muskeln und das Gewebe entspannter, der Wehenschmerz
wird oft als weniger heftig empfunden. Durch die Auftriebskraft des Wassers sind Bewegungen und Positionswechsel leichter, als das „an Land“ möglich ist. Eine Studie an 1000 Frauen ergab vor zwei Jahren,
dass Frauen, die im Wasser gebären, weniger Schmerzmittel brauchen, die Geburt schneller geht und dass es seltener zu Dammverletzungen und Dammschnitten kam. Auch für das Baby soll eine Wassergeburt
angenehmer sein, da die Mutter entspannter ist und das warme Wasser einen sanften Übergang zwischen Fruchtwasser und Erdenleben darstellen soll. Der Atemschutzreflex des Neugeborenen, das ja neun Monate
lang im Wasser gelebt hat, soll verhindern, dass Wasser in die Lunge des Kindes eindringen kann. Wie alle alternativen Methoden hat auch die Wassergeburt Gegner und Befürworter. In Deutschland gibt es
mittlerweile rund 170 Kliniken und Geburtshäuser, bei denen eine Wassergeburt möglich ist. Visualisieren Visualisieren bedeutet, sich etwas bei
geschlossenen Augen vor seinem geistigen Auge bildhaft vorzustellen. Visualisieren gilt als machtvolle Technik, sein Bewusstsein zu beeinflussen. Es wird in den unterschiedlichsten Bereichen angewandt, z. B.
im tibetischen Buddhismus, wo man sich einen Buddha, von dem Licht- oder Energiestrahlen ausgehen, oder seinen geistigen Lehrer während der Meditation vorstellt. Bei magischen Ritualen wie Geld- oder
Liebeszauber oder der Anrufung bestimmter Kräfte im Wicca-Kult wird visualisiert. Aber auch beim so genannten „positiven Denken“ stellt man sich eine gewünschte Zielsituation bildlich vor, um das
Unterbewusstsein mit entsprechenden Bildern zu füttern, damit es daran arbeitet, sie Wirklichkeit werden zu lassen. Übung für Anfänger: sich vorstellen, wie man einen Apfel schält.
Buchtipp: Shakti Gawain; “Stell dir vor – kreativ visualisieren” Wicca
Wicca ist eine in diesem Jahrhundert entstandene Naturreligion, die von keltischen Traditionen inspiriert ist. Im
angloamerikanischen Sprachraum wird diese moderne Version als „pagan“, d. h. heidnisch, bezeichnet. Die neuen Wicca-Heiden verehren die große Göttin und ihren Gefährten, den gehörnten Gott, als
Repräsentanten des göttlichen Weiblichen und göttlichen Männlichen. Wiccas bezeichnen sich auch als Hexen. Manche Hexen sind in Covens (Konventen) organisiert, vor allem in Amerika und England. Sie glauben
an den ewigen Kreislauf des Daseins, feiern den Jahreskreis, die Vollmonde, die Sonnenwenden und die Tagundnachtgleichen, halten Rituale ab und kennen die Einweihung zur Priesterin oder Priester. Sexualität
ist frei und heilig, die Natur darf nicht missbraucht werden. Jeder kann leben, wie er will, solange er keinem schadet. Individualität und Lebensfreude werden groß geschrieben.
Buchtipp: Starhawk; “Der Hexenkult als Ur-Religion der großen Göttin” Yin und Yang Yin als weiblicher Pol und Yang als männlicher Pol
sind die beiden gegensätzlichen Kräfte, die im gesamten Kosmos wirken, einander ergänzen und in deren Spannungsfeld sich das Dasein aufbaut und wieder vergeht – so die chinesische Weltsicht des Taoismus
(auch Daoismus). Alles Leben, alle Phänomene sind diesen beiden Kräften zugeordnet. Nur wenn beide in harmonischem Verhältnis zueinander stehen, kann die Lebensenergie Ch’i fließen. Diese Anschauung spiegelt
sich auch in der traditionellen chinesischen Medizin, in der Ernährung, den Kampfsportarten und der Gesundheitsvorsorge wieder. Yin und Yang sind im Grunde genommen eine Einheit, eine einzige Kraft mit zwei
Komponenten, die dem Tao, dem letztendlichen Sinn (auch Weg oder Weltgesetz genannt), entspringen. Dem weiblichen Yin sind zugeordnet: das Dunkel, weich, passiv, empfangen, nach innen gehen, Erde, Mutter.
Symbole: Mond, Wasser, Wolken, Tiger, Schildkröte, Himmelsrichtung Norden. Dem männlichen Yang sind zugeordnet: das Licht, scharf, aktiv, erschaffen, nach außen gehen, der Himmel, Vater, der Herrscher.
Symbole: Sonne, Feuer, Drache, Himmelsrichtung Süden. Buchtipp: “Lexikon der östlichen Weisheitslehren” Yoga Mit Yoga ist im Hinduismus der Weg der Gotteserkenntnis und
der mystischen Vereinigung mit dem Göttlichen gemeint. Es gibt verschiedene Wege, dahin zu kommen, z. B. selbstloses Handeln (Karma Yoga) oder philosophische Fragen (Jnana Yoga). Menschen, die einen dieser
Wege praktizieren, nennt man Yogis. In allen Religionen gibt es Suchende, die Gott oder das Göttliche tief in sich erkennen und erleben wollen (Mystiker). Als Hilfsmittel wurden dazu bestimmte Techniken
entwickelt, so z. B. der wirbelnde Tanz der islamischen Sufis („tanzende Derwische“). Im Yoga sind das u. a. bestimmte Körperübungen, die eine Art Vorstufe zum geistigen Yoga sind. Dieser so genannte Hatha
Yoga ist die Form, die bei uns am bekanntesten ist. Dabei werden bestimmte Körperstellungen (Asanas), Atemübungen (Pranayamas) und Entspannungstechniken geübt. Yoga stabilisiert die Gesundheit, beugt
Erkrankungen vor, schult die Konzentration und hilft, mit Stress gelassener umzugehen. Übrigens ließ sich der Nervenarzt Johannes B. Schultz (1884–1970), der 1920 das autogene Training entwickelte, stark von
Yoga-Techniken inspirieren. Buchtipp: Harry Waesse; “Yoga für Anfänger” Zen Zen ist eine japanische Richtung des Buddhismus, die sich
etwa um 520 entwickelte. Zen versteht sich als Konzentration auf das Wesentliche, nämlich auf Meditation und das achtsame Handeln im Alltag. Er verzichtet auf Theoretisieren und Dogmatik. Der Legende
nach entstand diese besondere Form der Lehre, als der historische Buddha eine Predigt hielt und von seinen Schülern mit Fragen bestürmt wurde. Er lächelte nur und hielt schweigend eine Blüte hoch. Nur ein
Schüler begriff, was sein Meister sagen wollte und wurde erleuchtet. Diese „Herz-zu-Herz-Kommunikation“ ist im Zen sehr wichtig, schriftliche Überlieferungen spielen nicht die entscheidende Rolle wie in
anderen Richtungen. Zen zeichnet sich durch eine Spiritualität aus, die sehr alltagsverbunden ist – so ist das Tun an sich bedeutsam, weil es uns die Möglichkeit gibt, ganz darin aufzugehen und auf diese
Weise Einsseins zu erfahren. Daher gelten die Teezeremonie oder das Bogenschießen auch als Meditation. In Amerika sind Zen-Orden nicht nur Klöster, sondern auch höchst weltlich tätig – als Bäckereien oder
Hilfsorganisationen für Obdachlose. Wichtigstes Mittel, um Erleuchtung (jap.: satori) zu erlangen, ist Zazen, das Sitzen mit gekreuzten Beinen in Ruhe und tiefer Versenkung. In der Rinzai-Richtung des
Zens spielen auch sogenannte Koans eine wichtige Rolle. Koans sind paradoxe Rätsel, die nicht mit dem Verstand zu lösen sind, sondern ganz im Gegenteil dem Verstand seine Grenzen aufzeigen sollen. Beispiel:
Wie hört sich das Klatschen der linken Hand an? Buchtipp: Daisetz T. Suzuki; “Die große Befreiung, Einführung in den Zen-Buddhismus” Zilgrei Zilgrei (der Name setzt
sich zusammen aus den Anfängen der Nachnamen der Erfinder Adriana Zillo und Hans Greissing) ist eine Selbsthilfemethode bei Schmerzen und Beschwerden des Bewegungsapparates. Erfunden wurde sie 1978. Damals
suchte die italienische Yoga-Lehrerin Adriana Zillo schmerzgeplagt die Mailänder Praxis des Chiropraktikers Dr. Hans Greissing auf. Der verordnete ihr Dreh- und Streckbewegungen, die zunächst halfen. Doch
die Schmerzen kamen wieder und Zillo hatte die Idee, die Tiefenatmung, wie sie beim Yoga praktiziert wird, mit den Übungen zu kombinieren. Das Resultat: nachhaltige Linderung ihrer Beschwerden. Zillo und
Greissing entwickelten nun Übungen, denen immer ein Selbsttest vorausgeht. Bei ihm wird eine Bewegung nach rechts oder links, oben oder unten ausgeführt und beobachtet, welche Bewegungsrichtung die Schmerzen
verschlimmert. Die entsprechende Zilgrei-Übung wird dann in die entgegengesetzte Richtung ausgeführt, kombiniert mit der typischen Tiefenatmung, bei der zwischen Aus- und Einatmen jeweils eine bis zu fünf
Sekunden lange Pausen eingelegt werden. Zilgrei kann man bei akuten Schmerzen, aber auch zur Vorbeugung einsetzten. Es ist leicht zu lernen und im Alltag als problemlos auch zwischendurch als „motorische
Hausapotheke“ anzuwenden. Zilgrei-Kurse gibt es bei Volkshochschulen (VHS) oder Zilgrei-Lehrern.
Buchtipp: Zillo/Greissing; “Neue Hoffnung - Zilgrei” |